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Physiotherapeutische Nachsorge bei Frühgeborenen in Leipzig

In den ersten drei Lebensmonaten wird die Entwicklung eines Menschen wesentlich geprägt. In dieser Zeit werden auch die Bausteine für Haltung und Bewegung gesetzt, d.h. die Muskulatur lernt harmonisch zu arbeiten. Das ist die Voraussetzung für den aufrechten Gang, die Fortbewegung und zielgerichtete Bewegung im weiteren Leben.

Frühgeborene Babys müssen sich schon sehr früh mit der Schwerkraft auseinandersetzen und entwickeln auf Grund ihrer Muskelunreife von sich aus Ersatzhaltungs- und Ersatzbewegungsmuster (langer, schmaler Kopf mit ausladendem Hinterhaupt, Überstreckung der Halswirbelsäule, Arme und Beine liegen weit ausladend auf der Unterlage, wenig Aktivität der Beugemuskulatur in Richtung Körpermitte und Lageinstabilität). Das zusätzliche Fehlen vieler physiologischer Reize, die eigentlich intrauterin erfahren werden, erschwert ihre senso- und psychomotorische Entwicklung.

Die Physiotherapie von Frühgeborenen kann grundlegend in zwei Schwerpunkte unterteilt werden. Zum einen die Behandlung von „gesunden“ und zum anderen von neurologisch auffälligen Frühgeborenen.

1. Prophylaktische Behandlung

  • um Ersatzhaltungs– und Eratzbewegungsmuster auf ein Minimum zu reduzieren
  • um den Frühgeborenen bei dem bestehenden Nachholbedarf an Halt, Sicherheit und Geborgenheit Unterstützung zu geben

2. Therapeutische Behandlung:

  • erfolgt bei Frühgeborenen, die eine Schädigung des noch sehr unreifen Zentralnervensystems (z.B. Gehirnblutung) erlitten haben und bei denen eine Entwicklungsstörung bzw. Behinderung zu erwarten ist

Mit unseren speziellen physiotherapeutischen Behandlungsangeboten versuchen wir, die Kinder und ihre Eltern in dieser schwierigen Phase individuell zu unterstützen.

Die Problematik der Frühgeborenen aus physiotherapeutischer Sicht:

  • Muskuläre Dysbalance (Tonusstörung)
  • Probleme bei der Atmung
  • Wahrnehmungsprobleme
  • Lageinstabilität
  • Körperasymmetrie
  • Missverhältnisse in Bezug auf Körpertiefen und –breiten

Daraus ergeben sich:

  • Kompensatorische und verzögerte Haltungs- und Bewegungsmuster
  • Entwicklung pathologischer Haltungs- und Bewegungsmuster bei Schädigung des Nervensystems (ZNS)

Physiotherapeutische Behandlungskonzepte:

Die bekanntesten und wirkungsvollsten Therapiekonzepte sind die Bobathund die Vojta-Therapie. Des Weiteren können die untenstehenden Methoden in der Therapie eingesetzt werden.

  • CranioSacrale Therapie
  • Sensorische Integration
  • Basale Stimulation
  • Handling (Anleitung der Eltern im alltäglichen Umgang mit ihrem Säugling)

Behandlungsziele:

  • Etablierung der körpereigenen Rhythmen (Atmung, Herzschlag, und craniosacraler Rhythmus)
  • Lösen von Restriktionen bzw. Dysfunktionen im craniosacralen System
  • Verbesserung der Körperwahrnehmung
  • Steigerung der Eigenaktivität und Aufmerksamkeit des Kindes
  • Einbeziehen der Eltern mit dem Aspekt der positiven Kontaktaufnahme und Behandlung ihres Kindes
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem medizinischen Personal

Unsere Therapeuten sind ausgebildete und zertifizierte Kinderphysiotherapeuten. Wir möchten mit diesem Angebot jene Eltern unterstützen, welche nach dem Verlassen des Krankenhauses mit ihrem Säugling in ihrem Alltag und zu Hause noch ein Stück kompetent begleitet werden möchten.